Überblick#
RoHS hält bestimmte giftige Stoffe aus Elektronik fern. Blei, Quecksilber und ähnliche Materialien dürfen auf einer Leiterplatte nur in winzigen Mengen vorkommen.
Zehn Stoffe, gedeckelt bei 0,1 % Gewichtsanteil in jedem homogenen Werkstoff, außer Cadmium bei 0,01 %. Der Nachweis erfolgt über CE-Kennzeichnung, EU-Konformitätserklärung und technische Unterlagen (siehe EN IEC 63000).
Was beschränkt wird#
RoHS beschränkt zehn Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten (EEE). Die Höchstkonzentration liegt bei 0,1 Gewichtsprozent je homogenem Werkstoff. Die einzige Ausnahme ist Cadmium, das bei 0,01 % gedeckelt ist.
| # | Stoff | Grenzwert (Gewichtsanteil, je homogenem Werkstoff) |
|---|---|---|
| 1 | Blei (Pb) | 0,1 % |
| 2 | Quecksilber (Hg) | 0,1 % |
| 3 | Cadmium (Cd) | 0,01 % |
| 4 | Sechswertiges Chrom (Cr VI) | 0,1 % |
| 5 | Polybromierte Biphenyle (PBB) | 0,1 % |
| 6 | Polybromierte Diphenylether (PBDE) | 0,1 % |
| 7–10 | Phthalate DEHP, BBP, DBP, DIBP | je 0,1 % |
Die vier Phthalate wurden durch die Richtlinie (EU) 2015/863 hinzugefügt, oft "RoHS 3" genannt.
Warum der Grenzwert "je homogenem Werkstoff" gilt#
Der Grenzwert gilt nicht für das gesamte Produkt, sondern für jeden homogenen Werkstoff, also die kleinste Einheit, die sich mechanisch nicht weiter trennen lässt. Deshalb müssen Lieferanten die Zusammensetzung sehr fein deklarieren, etwa über eine vollständige Materialdeklaration.
Geschichte#
Wie die Konformität nachgewiesen wird#
Der RoHS-Nachweis ist eine Belegkette von den Lieferantendaten bis zur CE-Kennzeichnung.
- Ausnahmen (Anhänge III und IV) erlauben benannte Anwendungen, zum Beispiel bestimmte Lote, für begrenzte und regelmäßig überprüfte Zeiträume. Alle 157 Ausnahmen durchsehen.