Definition#
Ein deklarationspflichtiger Stoff ist einer, der in einer Materialdeklaration gemeldet werden muss, weil er an eine geltende Regel gebunden ist (eine Beschränkung, ein Verbot oder eine Meldepflicht) und oberhalb eines Schwellenwerts vorhanden ist.
Warum die Unterscheidung nützlich ist#
Der Stoff ist heute reguliert, z. B. ein REACH-SVHC oder ein RoHS-Stoff. Die Meldung ist verpflichtend.
Der Stoff ist noch nicht reguliert, wird aber bewertet (z. B. CoRAP). Ihn jetzt zu erfassen bedeutet keine Hektik, falls die Regel später greift.
Welche Stoffe derzeit pflichtig sind, ergibt sich aus einer Stoffliste wie der IEC 62474 DSL.
Bewusst zugesetzt vs. Verunreinigung#
Ein Stoff kann auf zwei sehr unterschiedliche Arten vorhanden sein. Er kann bewusst zugesetzt sein, also absichtlich eingebracht, um eine Funktion zu erfüllen, etwa als Flammschutzmittel oder Weichmacher, oder er kann als unvermeidbare Verunreinigung bzw. Kontamination aus einem Rohstoff oder Prozess auftreten. Viele Deklarationsregeln und Schwellenwerte hängen von dieser Unterscheidung ab: Manche gelten nur für bewusst zugesetzte Stoffe, andere zählen jedes Vorhandensein oberhalb einer Konzentrationsgrenze. Wird ein Stoff gemeldet, ist die Frage, ob er beabsichtigt oder zufällig vorhanden ist, oft Teil der Antwort.
Hinweis: Dies ist eine erläuternde Zusammenfassung, gepflegt vom Pareo-Team.