Definition
Der offene Anwendungsbereich ist die Konstruktionsentscheidung in RoHS, die dazu führt, dass die Regel standardmäßig alles erfasst. Seit die Neufassung von 2011 im Jahr 2019 vollständig offen wurde, erreicht RoHS alle Elektro- und Elektronikgeräte, sofern keine bestimmte Kategorie ausgenommen ist, statt die wenigen Kategorien aufzuzählen, für die sie gilt.
Der Unterschied liegt darin, wo die Last liegt. Eine geschlossene Liste sagt „diese Kategorien sind erfasst und sonst nichts.“ Der offene Anwendungsbereich sagt „alles ist erfasst, außer diesen.“ Das kehrt die Grundannahme um. Ein Produkt gilt als erfasst, und der Hersteller muss auf eine Ausnahme verweisen, um herauszufallen.
Bei RoHS zählen zu den praktischen Ausnahmen etwa große ortsfeste Industriewerkzeuge, bestimmte Beförderungsmittel und aktive implantierbare Medizinprodukte. Alles andere, das auf die EEE-Definition passt, ist erfasst, auch Geräte, die nie auf der ursprünglichen Kategorienliste standen.
Beim offenen Anwendungsbereich ist „mein Produkt stand nicht auf der Liste“ kein gültiger Einwand. Ist es EEE und greift keine Ausnahme, gilt RoHS.
Hinweis: allgemeine Bildungsinformation, keine Rechtsberatung. Vor einer Entscheidung ist die offizielle Quelle zu prüfen.