Überblick#
IEC 62321 ist das Laborregelwerk. Muss das Blei oder das Flammschutzmittel in einem Teil tatsächlich gemessen werden, definiert sie die Prüfung so, dass zwei Labore zum selben Ergebnis kommen.
Drei Normen erfüllen drei Aufgaben. IEC 62321 misst Stoffe, IEC 62474 deklariert sie als Daten, und EN IEC 63000 dokumentiert die RoHS-Bewertung.
Was sie abdeckt#
Es ist eine mehrteilige Norm mit einheitlichen Methoden zur Bestimmung der Konzentration beschränkter Stoffe in elektrotechnischen Produkten, darunter:
- eine schnelle XRF-Screening-Methode, um zu markieren, welche Proben eine genauere Analyse brauchen;
- präzise nasschemische und instrumentelle Methoden für Blei, Quecksilber, Cadmium, sechswertiges Chrom, bestimmte bromierte Flammschutzmittel (PBB/PBDE) und Phthalate.
Warum sie wichtig ist#
Lieferantenerklärungen reichen meist aus, doch wenn Daten fehlen oder zweifelhaft sind, greift man auf Prüfungen zurück. Eine belastbare RoHS-Akte verlangt, dass die Prüfung einer anerkannten Methode folgt. Diese Methode ist IEC 62321, gepflegt von IEC/TC 111.
Ein Prüfergebnis lesen#
Ein Labor meldet einen Stoff nicht als glatte Null. Es meldet ihn als nachgewiesen (detected) oder nicht nachgewiesen (not detected) im Verhältnis zur Nachweisgrenze der Methode (limit of detection, LOD), der niedrigsten Konzentration, die diese Methode zuverlässig erkennen kann. „Nicht nachgewiesen“ bedeutet also, dass der Stoff unterhalb der LOD liegt, nicht dass er wirklich fehlt. Eine niedrigere LOD lässt ein Labor kleinere Spuren erkennen, sodass dieselbe Probe mit einer Methode „nicht nachgewiesen“ und mit einer empfindlicheren Methode einen kleinen positiven Wert ergeben kann. Beim Vergleich von Ergebnissen ist neben dem Wert auch die LOD zu prüfen.
Hinweis: Dies ist eine Bildungszusammenfassung, gepflegt vom Pareo-Team. Die aktuellen Teile und Methoden sind gegen die offizielle Norm zu bestätigen.