Überblick
Ein Datenraum (englisch: Data Space) ist eine gemeinsame, föderierte Infrastruktur, in der Unternehmen Daten austauschen und zugleich die Souveränität über ihre eigenen Daten behalten. Jeder Eigentümer entscheidet, wer worauf und zu welchen Bedingungen zugreifen darf. Es gibt keinen zentralen Datensee — die Daten bleiben an der Quelle und werden auf Anfrage nach vereinbarten Regeln geteilt.
Für die Compliance ist das wichtig, weil Datenräume der entstehende Weg sind, auf dem Produkt-, Material- und Compliance-Daten — einschließlich des Digitalen Produktpasses — durch Lieferketten fließen werden und tausende Punkt-zu-Punkt-Tabellen und Lieferantenportale ersetzen.
Die Kernidee ist Datensouveränität: Man teilt Daten, ohne die Kontrolle über sie aufzugeben. Der Eigentümer entscheidet weiter, wer was sieht, auch nachdem die Daten seine Systeme verlassen haben.
Europäische Bausteine
Mehrere Initiativen greifen ineinander, damit das in Europa funktioniert.
Manufacturing-X wird unter anderem von deutschen Industrieverbänden wie dem VDMA (Maschinenbau) und dem ZVEI (Elektroindustrie) vorangetrieben.
Wie es zusammenhängt
Datenräume brauchen eine Möglichkeit, Daten zu verpacken, und eine Rechtsgrundlage, um sie zu teilen. Die Verwaltungsschale ist der standardisierte Container für den digitalen Zwilling, der häufig genutzt wird, um Daten innerhalb dieser Räume zu transportieren. Rechtlich schafft das EU-Datengesetz Zugangs- und Portabilitätsrechte, und der Digitale Produktpass der ESPR soll über Datenräume bereitgestellt werden.
Hinweis: Dies ist eine allgemeine Bildungsinformation des Pareo-Teams, keine Rechtsberatung. Vor einer Verwendung ist die amtliche Quelle zu prüfen.