Überblick
Sorgfaltspflicht ist ein strukturierter Weg, um Risiken in einer Lieferkette zu erkennen, zu verhindern und Rechenschaft darüber abzulegen. Statt einer einmaligen Prüfung ist es ein fortlaufender Prozess, der untersucht, woher Materialien stammen und welche Schäden dahinterstehen könnten. Die betrachteten Risiken reichen von Konfliktmineralien über Menschenrechtsverletzungen bis zu Umweltschäden.
Es geht darum, die eigene Kette zu kennen, auf die Erkenntnisse zu reagieren und das Getane belegen zu können.
Der OECD-Rahmen
Der OECD-Leitfaden zur Sorgfaltspflicht beschreibt einen schrittweisen Ansatz, dem die meisten Systeme folgen. Ein Unternehmen baut ein Managementsystem auf, erkennt und bewertet Risiken in seiner Kette, gestaltet eine Reaktion, lässt die Arbeit prüfen und berichtet darüber. Die fünf Schritte geben eine gemeinsame Sprache, die Behörden und Käufer wiedererkennen.
Sorgfaltspflicht betrifft den Prozess, nicht eine Garantie. Die Pflicht besteht darin, ordentlich hinzuschauen, auf die Erkenntnisse zu reagieren und sie zu dokumentieren, auch wenn sich nicht beweisen lässt, dass eine Kette völlig sauber ist.
Die EU-Konfliktmineralienverordnung macht diesen Ansatz für Importeure von Zinn, Tantal, Wolfram und Gold zur Rechtspflicht. Die Erkenntnisse fließen oft zusammen mit einer Materialdeklaration durch die Lieferketten.
Hinweis: allgemeine Bildungsinformation, keine Rechtsberatung. Vor einer Entscheidung ist die offizielle Quelle zu prüfen.