GrundbegriffeDefinierter Begriff

Endokriner Disruptor

Ein Stoff, der das Hormonsystem stört. Er kann wegen gleichwertiger Besorgnis als SVHC gelistet werden, Beispiele sind Bisphenol A und einige Phthalate.

Aktualisiert
2026-06-12

Definition

Ein endokriner Disruptor ist ein Stoff, der das Hormonsystem stört. Hormone wirken als chemische Botenstoffe, die Wachstum, Stoffwechsel und Fortpflanzung steuern, und ein Disruptor kann dieses Signal nachahmen, blockieren oder verändern. Wirkungen können bereits bei niedrigen Dosen auftreten und sich erst lange nach der Exposition zeigen, was diese Stoffe schwerer beurteilbar macht als viele akute Gefahren.

Warum es zählt

Endokrine Wirkung passt nicht sauber in die CMR- oder PBT-Schublade und wird daher über einen eigenen Weg behandelt. Ein Stoff kann wegen gleichwertiger Besorgnis als besonders besorgniserregender Stoff identifiziert werden, das heißt, die ausgelöste Sorge ist mit der eines CMR- oder PBT-Stoffs vergleichbar. Dieser Status bringt ihn mit den üblichen Informations- und Meldepflichten auf die Kandidatenliste.

Kernpunkt

Gleichwertige Besorgnis ist der rechtliche Hebel, der endokrine Disruptoren auch dann zu SVHC machen kann, wenn sie die CMR- oder PBT-Kriterien nicht erfüllen.

Beispiele

Bekannte Beispiele sind Bisphenol A, das in Polycarbonat und Epoxidharzen steckt, und mehrere Phthalate, die als Weichmacher dienen. Beide haben unter anderem wegen ihrer hormonellen Wirkung regulatorische Aufmerksamkeit erhalten.

Hinweis: allgemeine Bildungsinformation, keine Rechtsberatung. Vor dem Verlassen darauf ist die offizielle Quelle zu prüfen.

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