Überblick
chemSHERPA ist eine gemeinsame Methode, dem nächsten Unternehmen in der Kette mitzuteilen, welche regulierten Chemikalien ein Produkt enthält. Es definiert sowohl ein Schema als auch ein festes Datenformat, sodass eine von einem Zulieferer erstellte Deklaration vom Kunden weiter oben in der Kette gelesen und weiterverwendet werden kann, ohne sie neu einzugeben.
Vor chemSHERPA wurde dieselbe Chemikalieninformation in mehreren zueinander inkompatiblen Formaten ausgetauscht. chemSHERPA fasst das in einer Struktur zusammen und bindet die gemeldeten Stoffe an die deklarationspflichtige Stoffliste der IEC 62474, sodass die Daten einer internationalen Referenz statt einer privaten Liste folgen.
Zwei Formate
chemSHERPA teilt sich je nach Gegenstand der Deklaration in zwei Formate.
Für Artikel, also fertige oder geformte Teile, bei denen die Form zählt. Es meldet, welche deklarationspflichtigen Stoffe vorhanden sind und wo sie im Teil sitzen.
Für chemische Produkte, also Gemische und Stoffe wie Lacke, Klebstoffe und Lösemittel. Es meldet die Zusammensetzung der Chemikalie selbst.
Was es abgelöst hat
chemSHERPA ist der Nachfolger zweier früherer JAMP-Schemata. AIS (Article Information Sheet) deckte Artikel ab und MSDSplus chemische Produkte. Beide sind nun unter chemSHERPA zusammengeführt, das die gleiche grundlegende Aufteilung beibehält, aber ein einziges modernes Format und eine gepflegte Stoffreferenz nutzt.
Wie es sich einfügt
chemSHERPA ist eine regionale Ausprägung der Materialdeklaration, weit verbreitet bei Zulieferern, die in den japanischen und den weiteren asiatischen Elektronikmarkt liefern. Da es der deklarationspflichtigen Stoffliste der IEC 62474 folgt, lassen sich für chemSHERPA erstellte Daten in der Regel auf die Stoffe abbilden, die andere Schemata erwarten. Das erleichtert es, mehrere Kunden aus einem einzigen Datensatz zu bedienen.
Hinweis: allgemeine Bildungsinformation, keine Rechtsberatung. Vor einer Verwendung ist die offizielle Quelle zu prüfen.