Überblick
In IMDS hält die Automobilindustrie fest, woraus ihre Bauteile bestehen. Ein Zulieferer trägt die Materialaufschlüsselung einer Komponente ein, und diese Daten wandern die Lieferkette hinauf, bis ein Fahrzeughersteller die vollständige Zusammensetzung von allem sieht, was in ein Auto eingebaut wird.
Wie es funktioniert
Jedes Unternehmen meldet die von ihm gefertigten Teile als Materialdatenblatt. Ein MDS beschreibt ein Bauteil als Baum aus Werkstoffen und Stoffen mit den jeweiligen Prozentanteilen. Niedrigere Stufen reichen ihre Datenblätter an die nächsthöhere Stufe weiter, die diese Daten in ihren eigenen Baugruppen referenziert. Wenn die Daten den Hersteller erreichen, kann ein einzelnes Teil die Beiträge vieler darunterliegender Zulieferer tragen.
Wogegen die Daten geprüft werden
Die zu meldenden Stoffe stammen aus der GADSL. Die GADSL wird eigens für den Automobilsektor gepflegt und kennzeichnet Stoffe, die verboten oder deklarationspflichtig sind. Die Meldung dagegen verbindet die reinen Zusammensetzungsdaten in IMDS mit den rechtlichen Pflichten unter ELV und REACH.
IMDS ist eine Form der Materialdeklaration, zugeschnitten auf eine Branche. Andere Sektoren nutzen Schemata wie IPC-1752A oder chemSHERPA, doch der zugrunde liegende Gedanke ist derselbe: Zusammensetzungsdaten strukturiert und wiederverwendbar die Kette hinaufreichen.
Wer es betreibt
IMDS wurde von großen Fahrzeugherstellern entwickelt und wird als gemeinsames Branchensystem betrieben. Die meisten Automobilzulieferer weltweit haben ein Konto, denn das Einreichen eines MDS gehört zu den üblichen Bedingungen für Geschäfte mit einem Hersteller.
Hinweis: allgemeine Bildungsinformation, keine Rechtsberatung. Vor einer Verwendung ist die offizielle Quelle zu prüfen.